Erläuterung Motorenöl


Was
bedeutet SAE ?

"SAE" steht für die Vereinigung
amerikanischer Autoingenieure (Society of Automotive Engineers), und die
beurteilt die Fließeigenschaft (Viskosität) von Motorenölen.

Motorenöle sind in SAE-Klassen eingeteilt, z.B. 0W, 10W, 15W, 20W,
20, 30, 40, 50.

(Bei der Viskosität gilt: grössere Zahlen = zähflüssiger,
und kleinere Zahlen = dünnflüssiger.)

 

Die erste Zahl, z.B. die 0 oder 10, zeigt, wie flüssig das Öl
bei Kälte ist (W=Winter): je niedriger der Wert, desto dünnflüssiger
das Öl. Um so schneller verteilt es sich bei Kaltstarts im Motor
und schützt ihn vor Verschleiss. Die zweite Zahl, z.B. 30 oder 40,
bezieht sich auf die Fliessfähigkeit bei Hitze. Auch hier gilt, je
niedriger, desto leichter läuft der Motor, jedoch um so höher
dieser Wert ist, um so höher ist der Schmierfilm belastbar.

 

Einbereichs - Motorenöle – sind Öle, die eine
SAE-Klasse erfüllen.

 

Mehrbereichs - Motorenöle - sind Öle, die mindestens
zwei SAE-Klassen erfüllen.

 

Alle Öle die mehrere Viskositätsklassen überdecken, tragen
zusätzlich ein W (wie Winter) dazwischen.

 

Für die Schmierung von Kraftfahrzeugen werden heute Ganzjahresöle
verwendet z.B. SAE 5W-30, SAE 10W-40, SAE 15W-40 usw. Es handelt sich
dabei um Mehrbereichsöle, die mehrere Viskositätsklassen überdecken
und für den Winter- und Sommerbetrieb geeignet sind. Somit wird ein
jahreszeitlicher Ölwechsel vermieden.

 


 

0W

Die Fliesseigenschaften des Öls im Winter (W).

Je niedriger die erste Zahl (0), desto besser ist die Fliessfähigkeit
des Motorenöls bei Kälte. Je schneller das Öl den Motor
durchströmt, desto niedriger ist der Verschleiß. Die Bezugstemperaturen
liegen - abhängig von der SAE-Klasse - bei -5°C bis -30°C.

 

30

Die zweite Zahl z.B. 30 oder 40 beschreibt die Fliesseigenschaften des
Öls im oberen Temperaturbereich. Der Ölfilm bleibt auch bei
hohen Temperaturen im Motor stabil und reisst nicht ab. Um so höher
dieser Wert ist, um so höher ist der Schmierfilm belastbar! Die Bezugstemperatur
ist hier 100°C, obwohl im Motor wesentlich höhere Öltemperaturen
auftreten können.

Mineralöle altern oberhalb 150°C stark, was einen öfteren
Ölwechsel zur folge hat.

Synthetische Öle halten Temperaturen bis zu 300°C aus.

 

 


API.... Was ist das?

Das API - "American Petroleum Institute" spezifiziert
die Qualität des Öls.

 

Die API legt die Klassifizierung aufgrund der Betriebsbedingungen der
Motoren, getrennt nach Otto- und Dieselmotoren fest. Damit bestimmen die
Motorenhersteller motorenseitig und die Ölgesellschaften schmierstoffseitig
die erforderliche bzw. die gebotene Klasse.

Die Bezeichnung API ist auf jedem Motorenölgebinde zu finden.

Der erste Buchstabe ist immer ein S oder C.

API S - Steht für Ottomotoren (Service-Klassen auch Spark Ignition)

API C - Steht für Dieselmotoren (Commercial-Klassen auch Compression
Igniton)

Der zweite Buchstabe steht für die Klasse (Qualität). Je höher
der Buchstabe im Alphabet,

je besser die Qualität. Die derzeit höchsten API Spezifikationen
sind SJ / CE

Die Klassen sind wie folgt definiert:

 

Ottomotorenöle API-Klassifikation

SA - Regular-Motoröle evtl. mit Pourdepressant und/oder Antischaummittel

SB - Motoröl für niedrig beanspruchte Otto-Motoren mit Wirkstoffen
gegen Alterung, Korrosion und Verschleiss

SC - Motoröl für mittelbelastete Otto-Motoren wie SB plus Wirkstoffen
gegen Verkokung

SD - Motoröl für schwere Betriebsbedingungen bei Otto-Motoren
(von 1968 bis 1971)

SE - Motoröl für sehr hohe Anforderungen bei Otto-Motoren (von
1971 bis 1972)

SF - Motoröl für sehr hohe Anforderungen bei Otto-Motoren wie
SE + verbessertem Veschleissschutz und Schlammtragevermögen

SG - Motoröl für höchste Anforderungen wie SF + Schutz
gegen (Schwarz-)Schlammbildung

SH - Motoröl für höchste Anforderungen (ab 1993) wie SG
+ zusätzlich Anforderungen HTHS und Verdampfungsverlust

(HTHS = High Temperatur High Shear / Hochtemperaturviskosität)

 

Dieselmotorenöle

API CC - Motorenöle für geringe Beanspruchungen

API CD - Motorenöle für hohe Beanspruchungen, turbogetestet

API CE - Motorenöle für höchste Beanspruchungen, turbogetestet

API CF-4 - Motorenöle der Klasse CE mit geringem Anteil an metallorganischen
Additiven und höheren Anforderungen in Bezug auf Ölverbrauch
und Ablagerungen an Kolben.

 


Wissenswertes über Motoröle

Motoröl ist das Blut des Motors, und über die Lebensdauer
eines Motors entscheidend.

 

Motoröl für Oldtimer

Für Ihren Oldtimer muss das "beste" und teuerste Öl
nicht unbedingt das beste sein.

Meist ist z. B. vollsynthetisches Motoröl, das dünnflüssiger
ist, nicht optimal für einen Oldtimer.

Es kann z. B. dabei vorkommen, dass das Fahrzeug dann übermässig
Öl verbraucht, oder das es dann an diversen Stelle anfängt Öl
zu verlieren, da die mechanische Genauigkeit nicht so hoch wie heute ist.
Auch können bei einem alten Motor die neuen Additive von Spezialölen
schlacken ablösen, und dadurch die Ölkanäle des Motors
verstopfen. Die alten Motoren sind für die Ölqualitäten
von damals konstruiert, und sind damit problemlos klar gekommen, und kommen
auch heute mit "normalem" Öl klar. Das billigste Öl,
dass heute zu bekommen ist übertrifft schon die Qualität von
damals. Es gibt deshalb viele Oldtimerfahrer, die für ihren Oldie
immer nur das günstigste Öl verwenden, das sie im Wahrenhaus
finden. Man kann auch einen Oldtimermotor komplett so revidieren, dass
er nachher problemlos auch mit vollsynthetischem Motoröl betrieben
werden kann. Die Meinungen über Motoröle klaffen jedoch zum
Teil weit auseinander, und es ist auch kaum möglich, alle Aussagen
für alle Motoren nachzuprüfen.

 

Öldruck

Der Öldruck ist ein wichtiges Mass für den Zustand des Motors.
Mit zunehmendem Motoralter sinkt der Öldruck. Die Ölpumpe transportiert
das Motorenöl aus dem Vorratsbehälter zu den Schmierstellen.
Der dabei aufgebaute Druck ist der Öldruck. Je höher der Verschleiß
ist, um so größer wird der Schmierspalt, um so geringer wird der
zu überwindende Druck und somit auch der Öldruck. Zu geringer
Öldruck führt zu Mangelschmierung und damit zu weiterem, erhöhten
Verschleiß bis hin zum Totalausfall des Motors.

 

Die in Kraftfahrzeugen eingebauten Kontrollleuchten (oder Anzeiger) signalisieren,
dass der mindestens notwendige Öldruck unterschritten ist. Im Stillstand
und bei Leerlaufdrehzahlen ist dies zulässig, wenn die Kontrollleuchte
bei Erhöhung der Drehzahl wieder erlischt. Bei Aufleuchten der Kontrolllampe
bei erhöhten Drehzahlen muss dem Fehler sofort nachgegangen werden.

 

Ölwechsel

Generell sollte das Motorenöl einmal pro Jahr gewechselt werden,
auch wenn die normale Wechselfrist nicht erreicht wird. Dies wird empfohlen,
weil Kondenswasser und unverbrannte Kraftstoffrückstände das
Öl verdünnen. Werden Fahrzeuge vorwiegend im Kurzstreckenverkehr
eingesetzt, so ist es empfehlenswert, die normalen Ölwechsel-Intervalle
zu halbieren.

Wichtig: Der Ölwechsel kann nicht durch Nachfüllen ersetzt werden!

 

Motorenöl, das seine Arbeit tut, sieht sehr schnell schmutzig aus. Denn
die zugesetzten Additive binden die Schmutzpartikel, die unter anderem auch
durch die Verbrennung des Treibstoffes entstehen. Diese würden sich
sonst im Motor irgendwo festsetzten und zu Schäden führen.
Der übrige Schmutz, der zu gross ist, um vom Öl gebunden werden,
wird vom Ölfilter aufgefangen.

Ölmarke

Die Marke des Motorenöls ist eigentlich unwichtig. Die Qualität
des Motoröls ist entscheidend und, wie oben beschrieben, auf jedem
Ölbehälter abgedruckt.

Ein Verbraucher-Institut testete dies an 75 New York Taxis. Nach 200'000
km wurde an allen Taxis der Motor zerlegt, und auf Verschleiß hin
überprüft, wobei kein wirklicher Unterschied festgestellt wurde.



Viskosität

Ist die Viskosität zu gering (dünnflüssig), kann sich kein
schützender Schmierfilm zwischen den Teilen bilden.

Ist die Viskosität zu groß (dickflüssig), kann es nicht an die
Schmierstellen zwischen den Teilen vordringen.

Die Ingenieure, die denn Motor entwickelt haben, wissen am besten, was die
beste Ölviskosität für den Motor ist. Schauen Sie deshalb in der Bedienungsanleitung des Autos nach, was für eine Ölviskosität
empfohlen wird. So ist die Gefahr falsches Öl zu verwenden gleich
null.

Die Viskosität wird allein über das dazugegebene Additivpaket
bestimmt, die Basis bleibt die gleiche.

 

Mehrbereichsöle

In den 50er und 60er Jahren verwendete man oft Einbereichsöle. Eines
für den Winter und eines für den Sommer. Die Polymere, die dem
Öl zugesetzt werden, um ein Mehrbereichsöl zu erhalten, wurden
früher sehr instabil, womit sich dieses in kurzer Zeit wieder in Einbereichsöl
zurückverwandelte. Deshalb wird in alten Betriebsanleitungen oft
beides beschrieben. Heutige Öle behalten die Eigenschaften eines
Mehrbereichsöles über ihre Benuzungsdauer, sofern sie regelmässig
gewechselt werden.

 

Bestandteile des Öls

Seit jeher ist Rohöl die Basis für die Motorschmierung gewesen.
Beim Spaltungsprozess des Rohöles werden die unerwünschten Nebenprodukte
entfernt und es bleibt das raffinierte Öl. Dann werden vom Hersteller
die gewünschten Additive hinzugegeben wie z. B. Reinigungsmittel, um
den Motorinnenraum sauber zu halten und Ablagerungen und Ölschlamm
zu verhindern. Des Weiteren werden Zusätze beigegeben, um das Aufschäumen
des Öls zu unterbinden und dadurch den Verlust von Öldruck
zu vermeiden..

 

Synthetische Öle basieren ebenfalls auf Raffinaten von Erdöl,
besitzen aber eine ganz spezielle Molekülstruktur, wie sie im Erdöl
nicht vorhanden ist. Dabei werden synthetisch hergestellte Hydrocarbonen
und Estern zugesetzt. Diese Öle sind sehr stabil, auch auf Temperatur,
sind leistungsfähig, und besitzen auch einen weiten Viskositätsbereich.

 


Es gilt, sich Folgendes zu merken

Verwende die richtige Viskosität und auch die vom Hersteller vorgeschriebene
Qualität. Verbunden mit einem regelmässigen Öl- und Filterwechsel
kann der Motor ein langes gesundes Leben genießen.

 
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